lets talk about gender

Auf dem Weg zum Erwachsenwerden machen sich viele junge Menschen Gedanken darüber, wer sie sind und wie sie sich selbst sehen – auch in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität. Heute gibt es dazu super viele Infos, vor allem in den sozialen Medien. Das kann hilfreich sein, aber manchmal auch ganz schön verwirrend oder verunsichernd.

Leider nutzen manche Gruppen genau das aus und versuchen, junge Menschen mit einfachen Antworten oder falschen Informationen zu beeinflussen.


Damit du den Überblick behältst, erklären wir dir im folgenden Glossar wichtige Begriffe rund um das Thema – verständlich und übersichtlich:

A

Agender:

Agender wird von manchen nicht binären Menschen als Selbstbezeichnung verwendet und drückt aus, dass die Person sich ohne Geschlecht begreift.

https://echte-vielfalt.de/allgemein/was-ist-eigentlich-agender/

Algorithmus:

Algorithmen beobachten, wie du Apps nutzt – also welche Videos du anschaust, wie lange du sie anschaust und worauf du reagierst, zum Beispiel durch Liken, Kommentieren oder Teilen. Aus all diesen Infos erkennt das System, was dich interessiert, und zeigt dir dann immer mehr Inhalte, die genau zu deinem Verhalten passen. So entsteht ein persönlicher Feed, der sich sehr schnell an deine Vorlieben anpasst. Das Ziel dahinter ist nicht, dir „etwas Gutes“ zu tun, sondern dich möglichst lange auf der Plattform zu halten, damit die App mehr Werbung zeigen und damit mehr Geld verdienen kann.

https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-in-einfacher-sprache/303035/algorithmus/

Ally/Allyship:

Allys sind Menschen, die selbst Vorteile haben und diese nutzen, um andere zu unterstützen, die benachteiligt oder diskriminiert werden. Sie zeigen Solidarität, hören zu und nehmen die Erfahrungen anderer ernst. Ziel ist, dass sich Menschen aus marginalisierten Gruppen gesehen, verstanden und respektiert fühlen.

Ein Ally zu sein ist kein Titel, den man sich einfach gibt, sondern eine innere Haltung. Es bedeutet, das eigene Denken und Verhalten zu hinterfragen, dazuzulernen und offen für Veränderungen zu sein. Allys achten auf Vielfalt, erkennen Vorurteile und zeigen das durch ihr Verhalten und ihre Sprache. Allyship heißt, aktiv hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und sich für ein faires Miteinander einzusetzen.

Alpha/Alphamale:

„Alpha“ wird oft benutzt, um einen Mann zu beschreiben, der angeblich besonders dominant, stark oder „überlegen“ ist. Der Begriff kommt häufig aus Online‑Gruppen, die ein sehr einseitiges und unrealistisches Männerbild verbreiten. Kritisch daran ist, dass „Alpha“ so tut, als gäbe es nur eine richtige Art, ein Mann zu sein, und andere abwertet, die nicht in dieses Ideal passen. Außerdem unterstützt der Begriff oft ein sexistisches Weltbild, in dem Macht und Kontrolle wichtiger sind als Respekt und Gleichberechtigung.

Antifeminismus

Antifeminismus ist eine Bewegung gegen den Feminismus und die Gleichberechtigung aller Geschlechter, die traditionelle Geschlechterrollen verteidigt und feministische Forderungen als Bedrohung der gesellschaftlichen Ordnung sieht. Antifeminismus tritt sowohl als Ideologie oder auch in politischen Kampagnen auf und ist häufig mit nationalistischen, antidemokratischen und LGBTIQ*-feindlichen Strömungen verbunden.

https://www.watson.de/leben/analyse/341801181-feminismus-in-der-krise-soziologin-prangert-abstruse-rueckwaertsgewandtheit-an

Taking the Red Pill – Einstiegsdroge Antifeminismus | bpb.de

B

Backlash:

Ist eine plötzliche, starke Reaktion gegen eine gesellschaftliche oder politische Entwicklung. Zum Beispiel haben feministische Bewegungen Rechte für Frauen und queere Menschen erkämpft, die aktuell von einzelnen Gruppen infrage gestellt, bekämpft und teilweise abgeschafft werden (wollen). Dies kann in der Politik geschehen, aber auch durch TikTok Videos und Trends, die sich unter anderem für ein konservatives Bild von Frauen einsetzen, wie sogenannte „Tradwives“.

Beta/Betamale:

„Beta“ wird in manchen Online‑Gruppen als abwertender Begriff für Männer benutzt, die angeblich „schwach“, „unsicher“ oder „unterlegen“ seien. Kritisch daran ist, dass dieser Begriff ein falsches Bild von Männlichkeit erzeugt, Druck auf Jungen und Männer ausübt und so tut, als gäbe es nur „starke“ oder „schwache“ Männer – statt zu erkennen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und niemand wegen seines Verhaltens oder Charakters abgewertet werden sollte.

Binär:

Binär bedeutet „zwei“. In der binären Geschlechterordnung geht man davon aus, dass es nur zwei Geschlechter gibt – Mann und Frau. Wissenschaftlich ist diese Vorstellung längst widerlegt, weil biologische, psychologische und soziale Faktoren zeigen, dass Geschlecht vielfältig ist und nicht in zwei Kategorien passt. Alles, was nicht in dieses Zwei‑System passt, wird dabei übersehen oder ausgeschlossen, zum Beispiel bei Toiletten oder Formularen.

Blue Pill/Red Pill:

„Blue Pill“ und „Red Pill“ kommen ursprünglich aus dem Film Matrix‘, wurden aber später von bestimmten Online‑Gruppen – darunter auch antifeministische Szenen – übernommen und umgedeutet.

„Red Pill“
wird in manchen Online‑Communities benutzt, um zu sagen: „Ich habe die angebliche ‚Wahrheit‘ erkannt.“ Gemeint ist damit oft ein sexistisches Weltbild, in dem Männer und Frauen klaren Rollen folgen sollen und Feminismus als ‚Lüge‘ dargestellt wird.

„Blue Pill“ wird dagegen für Menschen benutzt, die dieses Weltbild nicht teilen. Sie werden so dargestellt, als wären sie „naiv“ oder würden „die Realität nicht verstehen“.

Body-Count:

Wenn dich jemand nach deinem Body Count fragt, möchte er oder sie wissen, mit wie vielen Menschen du bereits Sex hattest. Berichtet also jemand von einem Body Count von 10, so bedeutet das, dass diese Person mit 10 Menschen Geschlechtsverkehr hatte. Häufig prahlen z.B. auf TikTok junge Männer mit einem hohen Body Count. Junge Frauen sprechen eher von einem niedrigen Body Count. Hier offenbaren sich Geschlechterstereotype

Übrigens: Der Begriff Body Count stammt eigentlich aus dem Krieg und bedeutet, wie viele Soldat*innen auf der gegnerischen Seite gestorben sind.

https://www.juuuport.de/infos/news/bodycount

C

Carearbeit:

Cararbeit ist Arbeit, die nicht bezahlt wird und bei der man sich um andere Menschen kümmert. Diese umfasst pflegerische, erziehende, emotionale und unterstützende Tätigkeiten. Sie wird häufig von weiblich sozialisierten und People of Colour getätigt.

Care Gap:

Care Gap ist eine Bezeichnung, die darstellen soll, dass es eine ungerechte Verteilung zwischen zugeschriebenen Geschlechtern von Carearbeit, also von Erziehung und Pflege, gibt. Das kann zum Beispiel Kochen, sich um die Großeltern kümmern, Putzen oder auf die kleinen Geschwister aufpassen, sein. Der Care Gap zeigt, welchen durchschnittlichen zeitlichen Aufwand besonders weiblich sozialisierte Menschen im Gegensatz zu männlich sozialisierten Menschen aufbringen.

Catcalling:

Catcalls sind unerwünschte (oft sexuelle) Kommentare, Pfiffe oder Gesten in der Öffentlichkeit – meist gegenüber Frauen und weiblich gelesenen Menschen. Es stellt eine Form von sexualisierter Belästigung dar. Meist gehen solche Übergriffe von Männern aus und beziehen sich auf das Aussehen und den Körper einer weiblich oder queer gelesenen Person.

https://www.instagram.com/catcallsofsolingen/

Chad:

Der Begriff wird oft in männerdominierten oder antifeministischen Online‑Gruppen benutzt. Damit wird ein Mann beschrieben, der angeblich „perfekt“ ist – also sehr attraktiv, beliebt und erfolgreich bei Frauen. Kritisch daran ist, dass der Begriff ein unrealistisches Männerbild verbreitet und andere Männer abwertet, die nicht in dieses Ideal passen. Außerdem wird damit oft ein sexistisches Weltbild unterstützt, in dem Beziehungen wie ein Wettbewerb dargestellt werden, statt etwas, das auf Respekt und Gleichberechtigung basiert.

Cis:

Cis-Gender sind Menschen, die sich mit dem Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Cis ist das Gegenteil von trans*.

Cis-normative Gesellschaft:

In einer cis-normativen Gesellschaft wird davon ausgegangen, dass jede Person sich lebenslang mit dem Geschlecht identifiziert, das ihr bei der Geburt zugewiesen wurde. Dabei wird Geschlecht begriffen, als etwas, was an den Genitalien, also biologischen Merkmalen ablesbar ist. Cis zu sein, wird als Norm erklärt, andere Geschlechter gelten als Abweichung von dieser Norm.

D

Deadname:

Deadname ist der alte, abgelehnte Name einer trans* oder nicht-binären Person. Personen bewusst mit ihrem Deadname anzusprechen ist respektlos und verletzend.

Demokratie:

Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, das heißt, dass alle Bürger*innen das Recht haben an politischen Entscheidungen mitzubestimmen z.B. über Wahlen, in Räten und Ausschüssen in den Kommunen (Städten), über Bürger*innenbeteiligung usw. Die Grundlage unseres demokratischen Systems sind die Menschenrechte und das Grundgesetz.

https://www.boell.de/de/leipziger-autoritarismus-studie?gad_source=1&gad_campaignid=11667694970&gclid=EAIaIQobChMIyY-057i8kAMVc4KDBx0x2inREAAYASAAEgLtFfD_BwE

Demokratiefeindlichkeit:

Demokratiefeindlichkeit bedeutet, dass Menschen oder Gruppen die Grundideen der Demokratie ablehnen oder angreifen – also zum Beispiel freie Wahlen, Menschenrechte oder die Gleichheit aller – und stattdessen versuchen, andere zu kontrollieren, auszuschließen oder ihre Meinung über die der Mehrheit zu stellen.

https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/infopool-rechtsextremismus/572044/rechtsextreme-tiktoker-gehen-sehr-subtil-vor/

https://www.boell.de/de/leipziger-autoritarismus-studie?gad_source=1&gad_campaignid=11667694970&gclid=EAIaIQobChMIyY-057i8kAMVc4KDBx0x2inREAAYASAAEgLtFfD_BwE

Die 80/100 Theorie:

Die 80/100‑Theorie behauptet, dass nur die „obersten“ 20 % der Männer angeblich Zugang zu „100 % der Frauen“ hätten. Damit wird so getan, als würden Frauen sich nur für besonders attraktive oder erfolgreiche Männer interessieren und alle anderen ignorieren. In der Realität sind Beziehungen viel vielfältiger: Menschen verlieben sich aus vielen Gründen – Persönlichkeit, Humor, gemeinsame Interessen, Werte, Vertrauen – und nicht wegen einer angeblichen „Rangliste“.

Diskriminierung:

Bedeutet das Menschen ungerecht oder schlecht behandelt werden, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören. Diskriminierung hat verschiedene Dimensionen, weil Menschen aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt werden können – zum Beispiel wegen Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Aussehen, Geld, Sprache oder Sexualität. Diese Gründe können sich überschneiden, sodass manche Menschen mehrere Formen von Diskriminierung gleichzeitig erleben. Dies nennt man Intersektionalität.

E

Emanzipation:

Emanzipation bedeutet, dass eine Person, die in bisheriger Abhängigkeit zu einer anderen Person, einer Gruppe oder einem System stand, von dieser befreit wird. Emanzipation bezieht sich oft auf Gleichstellung und Gleichberechtigung von Geschlechtern – insbesondere Frau und Mann (zum Beispiel in Beziehungen).

F

Feminismus:

Feminismus ist eine Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung aller Geschlechter in Gesellschaft, Politik und Alltag einsetzt, indem sie Diskriminierung und Sexismus kritisiert. Er umfasst verschiedene Ansätze, die Selbstbestimmung, Freiheit und gleiche Chancen für alle Menschen fördern. Um Gleichberechtigung zu erreichen und die Unterdrückung von Frauen zu beenden, ist ein Ziel des Feminismus die Überwindung des Patriarchats.

https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/feminismus

FLINTA*:

FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter*, nicht binär, trans* und agender Personen. Dies ist ein Sammelbegriff für Personen, die besonders geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind.

G

Gender Data Gap:

Der Gender Data Gap macht darauf aufmerksam, dass es viel mehr Daten zu männlichen Personen als zum Beispiel zu weiblichen Personen gibt. Dies kann bis in die Forschung und Medizin reichen, sodass Medikamente nur an Männern getestet werden und so die Wirkung bei Frauen und nicht binären Personen unerforscht und ungewiss bleibt.

 

Gender Mainstreaming:

Gender Mainstreaming ist eine Vorgehensweise die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von allen Menschen aller Geschlechter bei Entscheidungen zu berücksichtigen versucht.

Für Männer und Frauen ist dies auch rechtlich festgelegt: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/gleichstellung-und-teilhabe/strategie-gender-mainstreaming/gender-mainstreaming-80436

 

Gender Pay Gap:

Gender Pay Gap legt da, wie die Unterschiede bei der Bezahlung von Männern und Frauen sind. Hierbei gibt es unterschiedliche Formen. Zum Beispiel der unbereinigte Gender Pay Gap. Dieser liegt in Deutschland 2024 bei 16%. Somit verdienen Männer 16% mehr als Frauen. Hier werden nicht nur gleiche Berufe miteinander verglichen, sondern auch, in welchen Berufen Frauen oder Männer mehr arbeiten und hierdurch mehr oder weniger verdienen.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-GenderPayGap/_inhalt.html#635802

 

Gender-Sternchen/Gender-Gap:

Das Gender-Sternchen (*) ist dafür da, Personen, die nicht ein Mann oder eine Frau sind mitzudenken. Zum Beispiel sind bei der Nennung von „Schüler und Schülerinnen“ nicht binäre Personen nicht mitgenannt. Dies kann durch „Schüler*innen“ umgesetzt werden. Beim Sprechen wird hier eine kurze Pause gemacht, damit das Gendersternchen deutlich wird.
Wie das Gender-Sternchen soll auch die Verwendung des Gender-Gaps (_) oder die Verwendung eines Doppelpunktes (:) Platz schaffen für alle Menschen, die nicht (nur) Frauen oder Männer sind.

 

Gendergerechte Sprache:

Gendergerechte Sprache ist eine Sprachform, die alle Menschen so benennt, wie sie sich verstehen und unabhängig von geschlechtlichen Zuordnungen mit einbezieht. Es existieren verschiedene Strategien der gendergerechten Sprache: Genderinkludierende Formen benutzen wie das Gendersternchen oder genderneutrale Formen, die das Geschlecht nicht aufzeigen, so kann man statt „Lehrer*in“, „Lehrkraft“ oder „Person, die unterrichtet“ sagen oder schreiben.

 

Generisches Maskulinum

Das generische Maskulinum ist eine Sprach- und Schreibform, bei der die männliche Form für alle mitgemeint sein soll, zum Beispiel „die Schüler“, obwohl auch Mädchen oder andere Geschlechter dabei sind. Viele kritisieren das, weil sich nicht alle dadurch angesprochen und berücksichtigt fühlen. Um dies zu erreichen gibt es gendergerechte Sprache.

 

Geschlechteranforderungen:

Dieser Begriff beschreibt die Vorstellungen, Normen und Erwartungen, die eine Gesellschaft aufgrund ihres Geschlechts stellt. Zum Bespiel das Frauen fürsorglich, empathisch und gepflegt sind. Während Männer stark, durchsetzungsfähig und unabhängig dargestellt werden.

Geschlechtergerechtigkeit/Gleichberechtigung:

Bedeutet, dass Menschen aller Geschlechter gleiche Rechte, Chancen und Möglichkeiten haben – in der Schule, Arbeit, in der Politik oder auch im Alltag. Das Geschlecht sollte keine Rolle spielen, wie man behandelt wird.

(Geschlechter-)Stereotype:

Ist eine Art „Schubladendenken“. Das bedeutet, dass über Menschengruppen, mit vermeintlich ähnlichen Merkmalen, ein verallgemeinertes Bild gemacht wird – auch wenn dies nicht auf alle Menschen dieser Gruppe zutrifft. In Bezug auf Geschlechter gibt es unglaublich viele stereotype Zuschreibungen – sowohl bezogen auf Aussehen, Charaktereigenschaften, Fähigkeiten usw., usw.

Geschlecht vs. Gender:

Das Geschlecht ist die biologische Geschlechtsidentität eines Menschen und wird von äußeren und inneren Geschlechtsorganen, Chromosomen und Hormonen bestimmt, die die Gesellschaft festgelegt hat. In Deutschland wird in männlich, weiblich und intergeschlechtlich unterschieden. In der Biologie gibt es aber mehr Geschlechter als diese drei.

Gender umfasst und beschreibt das sozial, kulturell und gesellschaftlich geprägte Geschlecht. Dies beinhaltet zum Beispiel Geschlechterrollen. Bei Gender geht es aber auch um die persönliche Geschlechtsidentität, neben körperlichen Merkmalen wird sie auch durch das Denken und Fühlen definiert.

https://genderdings.de/gender/geschlechterrollen/

 

Geschlechtsidentität:

Geschlechtsidentität ist das innere Gefühl, ob eine Person sich als männlich, weiblich, beides oder keines von beidem nicht-binär fühlt. Dieses Gefühl kann anders sein als das Geschlecht, das bei der Geburt festgestellt wurde. Das ist z.B. bei trans* Personen so. Aber Geschlechtsidentität ist für alle Menschen wichtig. Sie gehört zur eigenen Persönlichkeit und zeigt sich darin, wie man sich selbst sieht, was man fühlt und wie man nach außen auftritt.

https://www.liebesleben.de/fuer-alle/geschlechtsidentitaet/geschlechtsidentitaet-und-geschlechtliche-vielfalt/

Grenzen & Grenzverletzung:

Grenzen sind Regeln oder Linien, die sagen was akzeptabel ist und was nicht. Grenzverletzungen sind, wenn jemand diese persönlichen oder sozialen Grenzen ignoriert oder überschreitet. Persönliche Grenzen sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Sie können sich auch je nach aktuellem Befinden ändern. Sie stehen auch im Zusammenhang mit dem Verhalten des und dem Verhältnis zum Gegenüber.

 

H

Heteronormativität:

Ist die Annahme das alle Menschen heterosexuell und cis-geschlechtlich sind, also das Männer nur Frauen lieben und Frauen nur Männer lieben. Andere sexuelle Orientierungen werden von der Gesellschaft als ‚anders‘ betrachtet. Auch hier ist die binäre Geschlechterordnung vorhanden. Männlichkeit gilt als höherwertig und Männer sind privilegiert (Hierarchie).

I

Ideologie:

Eine Ideologie ist ein festes System von Ideen und Überzeugungen das erklärt, wie die Welt funktioniert und wie Menschen denken oder handeln sollen. Der Begriff steht für sogenannte Weltanschauungen, die vorgeben, für alle gesellschaftlichen Probleme die richtige Lösung zu haben.

Incels:

Incel („involuntary celibates“ also unfreiwillig Enthaltsam) ist eine Selbstzuschreibung und Gruppierung unfreiwillig sexuell oder romantisch enthaltsam lebender Männer. Für ihre Frustration, die Gefühle von Zurückweisung, Ohnmacht und Selbstabwertung geben sie Frauen und dem Feminismus die Schuld. Teilweise äußert sich dies in starker Frauenfeindlichkeit Misogynie sowie in Gewaltfantasien oder Gewalttaten gegen Frauen.

Instrumentalisierung von Gendern:

Instrumentalisierung gendergerechter Sprache bedeutet, dass gendergerechte Sprache gezielt benutzt oder angegriffen wird, um Streit zu erzeugen oder Menschen gegeneinander aufzubringen. Oft geht es dabei nicht um die Sprache selbst, sondern darum zu provozieren, Angst zu schüren oder politische Punkte zu machen. Dabei rückt das eigentliche Anliegen des „Genderns“ in den Hintergrund und wird auf Kosten jener Menschen, die durch das generische Maskulinum nicht angesprochen und ausgeschlossen werden.

Inter*:

Es gibt verschiedene Geschlechtsmerkmale, wie das Geschlechtsorgan, Chromosomen und Hormone, die von der Gesellschaft in männlich und weiblich aufgeteilt sind. Wenn bei der Geburt festgestellt wird, dass es hier Abweichungen von der „Norm“ gibt, kann das Baby als inter* oder intergeschlechtlich bezeichnet und eingetragen werden. Inter* Personen können alle Geschlechtsidentitäten haben und/oder sich zusätzlich oder ausschließlich als Inter* identifizieren. Das Sternchen in der Bezeichnung inter* steht für die Vielfalt der Selbstbezeichnungen intergeschlechtlicher Menschen.

https://oiigermany.org/

https://www.transinterqueer.org/einf/themen-2/inter/

Intersektionalität:

Intersektionalität bedeutet, dass Menschen gleichzeitig von mehreren Formen von Ungleichheit oder Diskriminierung betroffen sein können – zum Beispiel wegen Geschlecht, Herkunft, Aussehen oder Geld – und dass sich diese Erfahrungen gegenseitig verstärken.

K

Konsens/Consent:

Konsens bedeutet Einverständnis und Zustimmung zu geben. In Bezug auf Beziehungen beschreibt Konsens eine freiwillige und bewusste Zustimmung zu einer Handlung oder Entscheidung, die unter den Personen besprochen wird. Beispielsweise, dass die eine Person gefragt wird, ob sie umarmt oder geküsst werden möchte.

L

LSBTQIA* / LGBTQIA* (engl.):

LSBTQI* ist ein Sammelbegriff, der oft wie das Wort queer verwendet wird. Hier werden nochmal einzelne Teile der queeren Community aufgezeigt. Lesbisch, Schwul/ Gay (engl.), Bisexuell/Bigender, Trans*, Queer, Inter*, Asexuell/Aromantisch. Das Sternchen steht für die zahlreichen weiteren Selbstbezeichnungen bezüglich des Geschlechtes und/oder sexueller Orientierung.

https://queeres-netzwerk.nrw/what-the-lsbtiaq/

https://queer-lexikon.net/

M

Male Gaze:

Der Male Gaze, übersetzt „männlicher Blick“, ist die Darstellung von Frauen aus einer männlichen, heteronormativen Perspektive. Überleg einmal, wie Frauen beispielsweise in Serien dargestellt werden.

Male Loneliness:

Male Loneliness bedeutet, dass viele Jungen und Männer Schwierigkeiten haben, über Gefühle zu reden, enge Freund*innenschaften zu halten oder Hilfe zu suchen oder Partner*innen kennenzulernen – und sich deshalb oft allein fühlen. Auf Social Media wird diese Entwicklung oft fälschlicherweise dem Feminismus zugeschrieben, obwohl das Problem in Wirklichkeit vor allem durch andere Faktoren entsteht – zum Beispiel durch traditionelle Männlichkeitsnormen, fehlende emotionale Unterstützung, Leistungsdruck und die Erwartung, Gefühle nicht zeigen zu dürfen.

https://www.instagram.com/p/DQll4aygnv9/

Manospehre (dt. Manosphäre):

Die Manosphere ist ein Online-Netzwerk von Männern, in dem oft antifeministische Inhalte verbreitet werden. Viele dort glauben, dass Männer durch Gleichberechtigung benachteiligt werden.

Frauen werden häufig abgewertet oder auf Sexualität reduziert, und ihnen wird die Schuld an Problemen gegeben. In der Manosphere treffen sehr unterschiedliche Personen aufeinander, von unsicheren Jugendlichen bis zu extremistischen Gruppen. Oft wird ein Bild von toxischer Männlichkeit gefeiert, bei dem Dominanz und Stärke als ideal gelten („Alpha-Mann“).

https://unwomen.de/heforshe-themen-manosphaere/

Mansplaining:

Mansplaining besteht aus den Worten Man (Mann) und explaining (Erklären). Mansplaining beschreibt ein Phänomen, dass im Verhältnis zwischen Männern und weibliche gelesenen Menschen auftritt. Wenn ein Mann einer Frau etwas herablassend erklärt, obwohl sie es bereits weiß oder sogar Expertin ist.
Zum Beispiel: Eine Schülerin erklärt im Unterricht ein Thema, das sie gut kennt. Ein Mitschüler unterbricht sie und erklärt ihr genau dasselbe nochmal – obwohl sie nichts falsch gesagt hat und sich sogar besser auskennt. Dabei tut er so, als müsste er es ihr „richtig erklären“.

Manspreading:

Manspreading weist auf das Phänomen hin, dass Männer sich in der Öffentlichkeit breitbeinig hinsetzten und dabei nicht auf ihr Umfeld achten und dabei andere Menschen, die zum Beispiel neben ihnen sitzen unwohl, eingeengt fühlen oder diese sogar berühren. Es kann als eine Form des ungefragten „Raum Einnehmens“ und Dominanz gedeutet werden. Dieses Verhalten kann als sehr unangenehm empfunden werden.

Maskulinität:

Maskulinität beschreibt die stereotypen Vorstellungen von Männlichkeit, die zum Beispiel in Worten bzw. Zuschreibungen, wie „Machos“, „echte Kerle“, und „richtige Männer“ zu sehen ist. Es wird eine Art von harter Männlichkeit beschrieben, der Männer vermeintlich entsprechen müssen.

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/144861/maennlichkeit-mannhaftigkeit-und-mannbarkeit-wie-aus-jungen-maenner-werden/

https://www.meintestgelaende.de/2025/12/ziad-ueber-maennlichkeit-und-selbstreflexion/

https://fgz-risc.de/presse/detailseite/maennerbilder-als-kriegsfaktor-neue-studie-zeigt-psychologische-wurzeln-von-gewalt

Mental Load:

Mental Load (mentale Belastung) ist ein Begriff, der die Belastung durch das Organisieren von Alltagsaufgaben beschreibt. Wie Care-Arbeit wird dies oft von weiblich sozialisierten Menschen übernommen.

#MeToo:

Die MeToo Bewegung ist eine soziale Bewegung, die auf einem Hashtag zurückgeht, der in den Sozialen Medien nach einer Aufdeckung von sexuellem Missbrauch aufgekommen ist. Dies führte dazu, dass viele Personen, die sexuelle Belästigung, Übergriffe und/oder Missbrauch erlebt haben, ihre Geschichte teilten. Bis heute wird dieses Hashtag benutzt.

https://www.instagram.com/explore/search/keyword/?q=%23metoo&hl=de

Misogynie:

Ist der Fachbegriff, welcher Frauenfeindlichkeit, den Hass gegen und die Abwertung von Frauen beschreibt. Misogynie muss nicht durch deutliche Aussagen gegen Frauen eindeutig werden, sondern ist eine tiefverankerte Denkweise, die unterschwellig in Handlungen deutlich wird.

N

Nichtbinär:

Nichtbinär ist ein Schirmbegriff für Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann begreifen. Nicht binär zu leben, hat viele verschiedene Ausprägungen. Manche nicht binären Personen beziehen sich auf ein Spektrum von Männlichkeit und Weiblichkeit. Sie begreifen sich als „weiblich“ und „männlich“ zugleich, verorten sich irgendwo auf einer Linie zwischen den binären Geschlechtern oder bewegen sich zwischen den Polen hin und her. Andere sehen sich außerhalb der binären Ordnung stehend, stellen Geschlecht generell in Frage oder sehen es als etwas für jeden Menschen Individuelles an.

P

Patriarchat:

Das Patriarchat ist ein Gesellschaftssystem, in dem Männer mehr Macht und Vorteile haben als Frauen. Historisch ist es so gewachsen, dass Männer über lange Zeit bestimmt haben – zum Beispiel in Politik, Arbeit und Familie. Diese alten Strukturen wirken bis heute nach und führen dazu, dass nicht alle Menschen die gleichen Chancen haben.
Das Patriarchat hat dabei nicht nur Nachteile für Frauen, sondern auch für Männer. Viele Jungs lernen, dass sie stark sein müssen und keine Gefühle zeigen dürfen. Das erzeugt Druck und kann einsam machen. Männer werden oft auf Erfolg, Stärke und Dominanz reduziert, während Dinge wie Gefühle, Hilfe annehmen oder Fürsorge als „unmännlich“ gelten. Dadurch suchen viele Männer seltener Unterstützung und setzen sich selbst unter großen Druck.

People of Color:

People of Color (PoC) ist eine Selbstbezeichnung für Menschen mit Rassismus-Erfahrungen. Bezogen auf Aussehensmerkmale wie Hautfarbe, Haarstruktur und Gesichtsmerkmale.

Performative Male:

Ein ‚performative male‘ ist ein Mann, der nach außen so wirkt, als wäre er feministisch und reflektiert, dies aber nur vorspielt, um bei Frauen gut anzukommen oder sich Vorteile zu verschaffen – ohne die Werte wirklich zu leben.

Pick-Me-Girls:

Das sind Mädchen oder Frauen die sich von anderen weiblich gelesenen Personen abgrenzen wollen und dabei stereotypische und sexistische Aussagen gegenüber diesen tätigen. Dabei kann es auch um den Versuch gehen, von Männern Aufmerksamkeit oder Zustimmung zu bekommen. „Ich bin nicht so wie die anderen“ ist ein Satz, den viele mit Pick-Me-Girls verbinden.

https://www.watson.de/leben/analyse/507192758-pick-me-girl-was-der-begriff-bedeuten-und-warum-er-allen-frauen-schadet

Pick-up-Artists:

Pick-up-Artists (PUA) sind Männer, die behaupten, spezielle Tricks zu kennen, um Frauen „rumzukriegen“. Sie sehen Dating oft wie ein Spiel oder einen Wettbewerb und benutzen dabei manchmal manipulative oder respektlose Methoden. Dabei geht es weniger um echte Gefühle, sondern mehr um Kontrolle und Bestätigung. Oft geben sie sich auf Social Media als „Dating‑Coaches“ aus und verkaufen ihre Methoden als Erfolgstipps. Hinter dieser Szene steckt häufig eine antifeministische Bewegung, die problematische Vorstellungen von Beziehungen, Macht und Geschlechterrollen verbreitet.

https://www.watson.ch/leben/tiktok/669245652-gefaehrliche-tiktok-datingtricks-fuer-junge-maenner-studie-zeigt-gefahr

Populismus:

Populismus ist eine Strategie möglichst viele Menschen zu erreichen, indem an starke Gefühle, Ängste, Unsicherheiten oder Vorurteile angeknüpft wird, um Zustimmung für die eigene Meinung zu gewinnen.

Auf Social Media werden Positionen, die polarisieren (d.h. Meinungen und Themen die spalten), die extreme Emotionen, wie Wut oder Empörung schüren, vom Algorithmus bevorzugt, weil sie zu Reaktionen und Interaktionen führen. Das nutzen z.B. extremistische Gruppen um ihre Meinung in ein großes Publikum zu droppen.

Privilegien:

Privilegien sind Vorteile, die manche Menschen haben, ohne etwas dafür tun zu müssen. Sie entstehen zum Beispiel durch Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder Geld. Oft merkt man diese Vorteile gar nicht, weil sie für einen selbst normal wirken.
Privilegien haben Personen, die mehr Rechte und Möglichkeiten als andere haben. Zum Beispiel, dass Personen mit einem deutschklingenden Namen in Deutschland größere Chancen bei Jobbewerbungen oder Wohnungsbesichtigungen haben als Menschen deren Name „nicht-deutsch“ klingt.

https://www.meintestgelaende.de/2025/10/mein-bruder/

Q

Queer:

Queer ist ein Sammelbegriff für Menschen deren Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Wenn diese nicht berücksichtigt werden, führt das zur Ausgrenzung, [Diskriminierung] und fehlender Teilhabe. Queer bezeichnet zudem eine Denkrichtung, deren Ziel es ist, die binäre Ordnung zu dekonstruieren bzw. deren Konstrukt-Mechanismen aufzudecken.

Queerfeindlichkeit:

Bedeutet Ablehnung, Abwertung oder Feindseligkeit gegenüber Menschen die queer sind.

Questioning:

Als questioning können sich Personen beschreiben, die noch kein passendes Wort für ihre Geschlechtsidentität und/oder sexueller Orientierung gefunden haben.

R

Rape Culture (TW: Vergewaltigung):

Rape Culture beschreibt, dass sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft verharmlost wird. Zum Beispiel durch sexualisierende „Witze“. Durch das Normalisieren von der Verherrlichung sexualisierter Gewalt, hat auch die Gesellschaft und die Personen, die dies mittragen und zum Beispiel nichts gegen diese sagen eine Verantwortung für das Geschehen von sexualisierter Gewalt. Dieses Schweigen wird auch privilegiertes Schweigen genannt.

S

Sex-Gap:

Sex‑Gap bedeutet, dass Menschen je nach Geschlechterzuschreibung unterschiedlich bewertet werden, wenn es um ihren „Body Count“, also die Anzahl ihrer Sexualpartnerinnen, geht. Weiblich gelesene Personen werden dafür oft beschämt oder abgewertet, während männlich gelesene Personen dafür eher gelobt oder als „Macher“ dargestellt werden – obwohl es eigentlich das gleiche Verhalten ist.

Sexismus:

Bedeutet das Menschen strukturell wegen ihres Geschlechtes benachteiligt, herabgesetzt oder unfair behandelt werden. Dies betrifft hauptsächlich weiblich und queer gelesene Menschen.

Sexualisierte/genderbasierte Gewalt:

Unter sexualisierter und genderbasierter Gewalt fallen alle Formen von Gewalt, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts erfahren und die darauf gerichtet ist, die geschlechtliche Integrität und Würde zu verletzen oder die Entfaltungsmöglichkeit einzuschränken. Hierbei kann es um verbale Abwertungen, sexistische Witze, Grenzverletzungen und körperliche Übergriffe bis hin zu massiven Formen sexueller Gewalt gehen. Sie kann Mädchen, Frauen, queere Personen sowie gendernonkonforme cis Menschen betreffen.

Sexualität/sexuelle Orientierung:

Sexualität ist die sexuelle Orientierung von einer Person. Diese beschreibt, zu welchem Geschlecht oder welchen Geschlechtern sich ein Mensch emotional, körperlich und/oder sexuell hingezogen fühlt.

Sigma Male:

Beschreibt einen Mann, der unabhängig, geheimnisvoll und „außerhalb der sozialen Hierarchie“ steht. Kritisch daran ist, dass dieser Begriff – wie „Alpha“ oder „Beta“ – ein unrealistisches und starres Bild von Männlichkeit vermittelt und so tut, als gäbe es feste Rangordnungen zwischen Männern, statt zu erkennen, dass Menschen sehr unterschiedlich sind und keine Persönlichkeit „besser“ oder „schlechter“ ist.

Simp:

‚Simp‘ wird im Internet als abwertender Begriff für Personen benutzt – meistens Jungen oder Männer– die sehr viel Aufmerksamkeit, Zeit oder Mühe in jemanden investieren, den sie mögen. Kritisch daran ist, dass der Begriff echte Freundlichkeit oder Respekt lächerlich macht und so tut, als wäre es „schwach“, nett zu jemandem zu sein. Dadurch entsteht ein ungesundes Bild von Beziehungen, in dem Gefühle oder Rücksichtnahme als peinlich dargestellt werden.

Slutshaming:

Slutshaming beschreibt, dass weiblich gelesene Personen als „Schl*mp*“ bezeichnet werden oder den Personen vorgeworfen wird, sich wie eine „Schl*mp*“ zu verhalten – also zum Beispiel hinterhältig oder sich extra „schl*mp*g“ anzuziehen. Hier wird den Personen oft vorgeworfen (meist) Männern zu gefallen.

T

TIN*:

Abkürzung für trans*, inter* und nicht binär.

„Toxische“ Männlichkeit:

Ist ein schädliches Verhalten oder Rollenbild von Männern, das ihnen selbst und anderen schadet. Es gibt bestimmte gesellschaftliche Erwartungen die als „männlich“ gelten wie zum Beispiel aggressives Verhalten oder keine Gefühle zeigen. Toxische Männlichkeit schadet Männern, weil sie sie in enge Rollen zwingt. Viele Jungs lernen, Gefühle zu unterdrücken und Probleme allein zu lösen, statt Hilfe zu suchen. Das kann zu Stress, Einsamkeit und psychischen Problemen führen. Außerdem entsteht starker Druck, immer stark, erfolgreich oder dominant zu sein – wer das nicht erfüllt, fühlt sich schnell als „nicht männlich genug“.

https://www.meintestgelaende.de/2025/10/toxische-maennlichkeit-ueberwinden/

https://www.detox-identity.de/

https://www.ardmediathek.de/video/YzQ3NWFmNmEtMzA2Mi00ZWRiLTg2ZTItNzZkNDA4MDI3NWVi

Traditionelle Geschlechterrollen:

Traditionell bezeichnet das Übertragen von Handlungsmustern. Zum Beispiel, wenn deine Großeltern etwas gemacht haben, dass bis heute weiterhin von deiner Familie praktiziert wird. Der Begriff Traditionelle Geschlechterrollen stellt da, wie sich Männer und Frauen „typischerweise“ verhalten sollten. Die Traditionelle Rolle der Frau befasst sich mit dem Haushalt, mit der Fürsorge von Mann und Kind und mit der Abhängigkeit vom Partner. Die Traditionelle Rolle des Mannes ist in erster Linie die finanzielle Versorgung der Familie, das Tragen der Verantwortung und die Zurückhaltung von Emotionen.

https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/316321/nachholende-modernisierung-im-westen-der-wandel-der-geschlechterrolle-und-des-familienbildes/

https://genderdings.de/gender/geschlechterrollen/

Traditionelle Rollenbilder und politische Instrumentalisierung demokratiefeindlicher Akteure:

Politische Instrumentalisierung bedeutet in diesem Zusammenspiel, dass demokratiefeindliche Gruppen solche Rollenbilder gezielt benutzen, um Menschen zu beeinflussen und ihre antidemokratischen oder extremistischen Ideen zu verbreiten. Dabei stellen sie diese alten Vorstellungen als „natürlich“ oder „normal“ dar, um ihre eigenen Ziele zu stärken und andere auszugrenzen.

https://www.ardmediathek.de/video/story/shut-up-bitch-kampf-um-maennlichkeit/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjIyMjU

Tradwives:

Der Begriff ‚Tradwive‘ bedeutet traditionelle Ehefrau. Damit sind Frauen gemeint, die sich bewusst für ein klassisches Rollenbild entscheiden. Ihr Fokus liegt auf Haushalt, Familie und der Erziehung von Kindern.

Problematisch wird es, wenn dieses Rollenbild in sozialen Medien stark verschönert dargestellt wird. Dabei wird oft gezeigt, dass Frauen vor allem zu Hause sein, sich unterordnen und finanziell abhängig sein sollen. Solche Inhalte stellen Gleichberechtigung als etwas Negatives dar und lehnen unterschiedliche Lebensweisen ab.

Einige Tradwive-Influencerinnen verbreiten außerdem Inhalte, die sich gegen Feminismus richten oder Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft abwerten.

Trans*:

Trans*-Gender sind Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

V

Victim Blaming:

Victim Blaming bedeutet, dass die Schuld für eine Tat nicht dem Täter gegeben wird, sondern dem eigentlichen Opfer. Das nennt man Täter Opfer Umkehr. Ein Beispiel ist, wenn jemand sagt: „Sie wollte das, schau mal, wie sie angezogen war.“ Damit wird so getan, als wäre das Opfer selbst verantwortlich für die Gewalt, die ihm angetan wurde – obwohl immer der Täter die Verantwortung trägt.

W

Weiblich gelesen und männlich gelesen:

Wenn wir eine Person sehen, versuchen wir diese in ein Geschlecht einzuordnen. Dies passiert oft mit einem binären Denken in männlich und weiblich. Da wir aber nicht vom Aussehen her wissen, welches Geschlecht oder Gender die Person hat, kann von weiblich gelesen oder männlich gelesen gesprochen werden.

Weitere Informationen & Anlaufstellen:

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