Fachstelle für soziale Kompetenz und Gewaltprävention

Die Fachstelle für soziale Kompetenz und Gewaltprävention koordiniert, berät und unterstützt bei der Umsetzung, Konzepterstellung und Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung und dem Training der Sozialkompetenz an Schulen, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und im öffentlichen Raum.

Der Schlüssel gegen Gewalt liegt in jedem Menschen selbst. Der Aufbau einer starken Persönlichkeit ist der beste Garant für gewaltfreie Beziehungen zwischen Menschen.

Jeder Mensch hat das Recht auf geistige und körperliche Unversehrtheit und Entfaltung. Dies gilt insbesondere für Kinder, Jugendliche und deren Familien.

Der Umgang mit Konflikten, Aggressionen und Gewalt ist jedoch ein Thema, welches Heranwachsenden in allen Altersstufen begegnet und sie begleitet. Sei es, dass aktiv Gewalt in der Schule oder ihrer Lebenswelt ausgeübt wird oder, dass bspw. mediale Gewalt, in Filmen, Büchern oder Spielen konsumiert wird.

Selbst wenn grundsätzlich kein extremes Aufkommen von Gewalt z.B. in der Schule auffällt, werden Aggressionen – in ihren unterschiedlichen Ausprägungen – als äußerst störend empfunden, dies nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von den Initiatoren. Alle Beteiligten werden damit in der Nutzung ihrer kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten eingeschränkt, was einen entscheidenden Einfluss auf die persönliche Entwicklung, das gesamte Gruppenklima und auch (Schul-)Leistungen nimmt.

Ein angstfreies Klima, verbunden mit gegenseitiger Akzeptanz und Wohlbefinden ist grundlegende Voraussetzung für alles Lernen.

Soziale Fähigkeiten und emotionale Kompetenzen sind Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die helfen, sich in konkreten Lebenssituationen mit anderen Menschen in positiver Weise zurechtzufinden, das gemeinsame Wohlbefinden zu erhöhen und Stress zu vermindern. Sie sind Schlüsselqualifikationen, die den adäquaten Umgang mit Gefühlen und Konflikten ermöglichen und überhaupt erst das Lernen miteinander und voneinander erlauben.

Der zentrale Ansatz des Gesamtkonzepts Soziale Kompetenz und Gewaltprävention der Stadt Solingen setzt daher auf die Entwicklung und den Ausbau von Maßnahmen, Angeboten und Projekten zur Stärkung der Sozialkompetenz und (Gewalt-)Prävention.

 

Dorper Str. 10-16
42651 Solingen

0212 290 27 57

Ansprechpartnerin:
Patricia Bennertz
p.bennertz@solingen.de

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Förderkonzept Sozialkompetenz-Trainings


Sozialkompetenztrainings an Ihrer Schule?

Der Einsatz von Sozialkompetenztraining (SKT) an Grundschulen und im Bereich SEK I trägt dazu bei, dass Unterrichtseinheiten für soziales Lernen geschaffen und in den Lehrplan integriert werden.

Soziales Lernen geschieht, insbesondere im Primarbereich, durch Beziehungslernen. In einer vertrauten Atmosphäre können soziale Kontakte gestärkt werden, die Schüler*innen können sich in verschiedenen Handlungssituationen erproben, Konfliktsituationen erkennen lernen und konkrete Handlungsstrategien entwickeln.

Das Ziel der Durchführung von Sozialkompetenztrainings ist die allgemeine Förderung und Stärkung von sozialen Fertigkeiten, die die Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit positiv beeinflussen und unterstützen sollen. Ferner sollen die Trainings auf die Entwicklung von friedlichen Konfliktlösungsstrategien hinarbeiten und somit zur Gewaltprävention beitragen.

Sozialkompetenztrainings in Grundschulen sind fester Bestandteil des Stundenplans während der gesamten Grundschulzeit eines Kindes. Sie finden regelmäßig mit einer Dauer von 1 bis 2 Schulstunden (wöchentlich/monatlich je nach Trainingsform) im Klassenverband statt. Eben­falls sind Blockeinheiten und Intensivtrainings möglich.

Die SKT-Trainer*innen kommen regelmäßig und möglichst immer im selben Team in die jeweiligen Klassen. Dadurch wird Verlässlichkeit und Stabilität hergestellt.

Während der Durchführung ist die Teilnahme der Klassenleitung wünschenswert, damit die dabei eingesetzten Methoden und Inhalte von den Lehrkräften nach Bedarf in den laufenden Unterricht übernommen werden können. Die beteiligen Lehrerkräfte werden bereits in der Vorbereitungsphase hinzugezogen. Es werden enge Abspra­chen mit Schule und Lehrkräften getroffen und Veranstaltungen mit Eltern, wie Infoabende und Elternprobetrainings, durchgeführt.

  • Das Training richtet sich an alle Schüler*innen der Klasse.
  • Es handelt sich um ein universelles, primäres Präventionsprogramm, von dem alle Schüler*innen profitieren sollen.
  • Dies hat den Effekt, dass eine Stigmatisierung von Negativverhalten vermieden wird.
  • Der Fokus liegt in der Entwicklung und Stärkung der persönlichen Ressourcen aller Kinder, mit dem Ziel ein positives Klassen- bzw. Schulklima zu erreichen.

Module und Ziele

  • Modul 1 – Kennenlernen
    (Gemeinschaftsgefühl, Gemeinschaftsfähigkeit, Respekt, Akzeptanz, Toleranz)
  • Modul 2 – Regeln und Grenzen
    (Regelverständnis, Akzeptanz von Regeln, Regeleinhaltung, Fairness)
  • Modul 3 – Selbst- und Fremdwahrnehmung
    (unterschiedliche Wahrnehmung begreifen, Körperwahrnehmung, Grenzen/Distanzen einhalten, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Akzeptanz, Respekt)
  • Modul 4 – Vertrauen und Verantwortungsbereitschaft
    (Vertrauen aufbauen, Verantwortungsbereitschaft entwickeln, Achtsamkeit, Selbstvertrauen)
  • Modul 5 – Emotionale Intelligenz
    (Eigene Gefühle erkennen und benennen, Gefühle anderer wahrnehmen, erkennen und akzeptieren, Empathie entwickeln (Mitgefühl, Einfühlungsvermögen)
  • Modul 6 – Kommunikation
    (Kommunikationsfähigkeit (verbal und nonverbal), Aktives Zuhören, Gewaltfreie Kommunikation (GFK), Vermeidung von Schimpfwörtern, Gefühle anderer wahrnehmen, erkennen und akzeptieren, Kritikfähigkeit)
  • Modul 7 – Kooperation
    (Gemeinschaftsgefühl, Kommunikationsfähigkeit, Kompromissfähigkeit, Selbstdisziplin, (Frustrations-)Toleranz, Stärkung des „Wir-Gefühls“ in der Gruppe)
  • Modul 8 – Konfliktbewusstsein und -lösung
    (Erkennen, Benennen und Aushalten von Konflikten, Konfliktfähigkeit, Umgang mit Aggressionen)

Methoden

  • Übungen
    • Gruppenübungen
    • Paarübungen
    • Einzelarbeit, Klein- und Großgruppenarbeit
    • Raufen nach Regeln/ „Kampfspiele“
  • Entspannungsübungen
  • Rollenspiele
  • Erlebnispädagogik
  • Gesprächskreise
  • Positive Verstärkung/ Lobkultur
  • Konfrontative Pädagogik
  • Reflexion und Auswertung


Die Bedeutung der Reflexion/Transfer in den Alltag

Das Erlebte und die gesammelten Erfahrungen werden geäußert, ausgetauscht und verarbeitet.

Die Trainerinnen und Trainer übernehmen in dieser Phase eine aktivere Rolle – in Form von Impulsen und konkreten Fragen geben sie der Reflexion eine Struktur und moderieren diese so, dass jeweils eine bestimmte Lernerfahrung im Vordergrund steht.

Diese Phase hat im Sozialkompetenztraining einen hohen Stellenwert, da nur die ausführliche und erlebnis-, erfahrungs- und gefühlsbetonte Auswertung der Inhalte einen Transfer in den Alltag ermöglicht.

Angebote für Kinder und Jugendliche


Sozialkompetenztrainings

  • Monatlich stattfindendes Training pro Schulklasse
  • Fokussiertes, wöchentliches Training über 1-2 Monate (Konfliktintervention)
  • Blocktrainings
  • andere Vereinbarungen


Projekttage/Workshops

  • Workshops zu Themen der Medienkompetenzförderung (z.B. Umgang mit Persönlichkeitsrechten, Cybermobbing, Cybergrooming, Sexting usw.)
  • Download Flyer Cybermobbing – Erkennen Eingreifen Verhindern
  • Projekte zur Gewaltprävention bzw. Stärkung der Sozialkompetenz
  • Provokationstheater, Präventionstheater, Filmvorführungen etc.

 

Angebote für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und andere Mitarbeitende

  • Unterstützung bei der Klärung der Ausgangslage und Feststellung des Bedarfs
  • Unterstützung bei der Umsetzung, Konzepterstellung und Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung der Sozialkompetenz an Schulen, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und im öffentlichen Raum.
  • Schulungen, Fortbildungen und Qualifikationskurse für Lehrkräfte, OGS-Personal, Schulsozialarbeit und andere pädagogische Fachkräfte wie z.B.
    • Ausbildung zum/zur Sozialkompetenztrainer / Sozialkompentenztrainerin für den Elementarbereich, die Grundschule und SEK I
    • Mobbingintervention
    • Medienkompetenzförderung
    • Deeskalationsmethoden
  • Mitarbeit an gewaltpräventiven Netzwerken / Stadtteilkonferenzen

Angebote für Eltern

  • Information und Beratung zu allgemeinen Fragen der Sozialkompetenz und Gewaltprävention
  • Elternabende und Fachvorträge
    • zur Funktion, Inhalt und Umsetzung von Sozialkompetenztrainings
    • zu allgemeinen Fragen der Sozialkompetenz und Gewaltprävention
    • zu Fragen der Mediennutzung und Risiken im Umgang mit digitalen Medien
    • zu allgemeinen Themen in Erziehungsfragen und aktuellen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung
  • Elterntrainings und Beratungsangebote im Rahmen von FHZ+ (Familienhilfezentrum Plus)


Kooperationen und Netzwerke


Es ist notwendig möglichst viele Akteure in die Prävention einzubeziehen.

In Solingen erfolgt dies in den sozialräumlich orientierten Netzwerken.

Die dort vertretenen Partner und Institutionen verfügen über die Kenntnisse der Lebensbedingungen vor Ort und entwickeln die entsprechenden Angebotsstrukturen.


Zu unseren Kooperationspartner*innen zählen u.a.

  • Kitas
  • Schulen
  • Beratungsstellen
  • Schulpsychologischer Dienst
  • Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD)
  • Jugendgerichtshilfe
  • Polizei
  • Ordnungsamt
  • externe Dienstleister
  • etc.

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